Erschienen im Entlebucher Anzeiger am 27.12.06

Lukas BalmerLukas Balmer begeisterte mit seinem Gastauftritt

Wiggen: Weihnachtskonzert des Entlebucher Brass Ensembles in der Pfarrkirche

Das Entlebucher Brass Ensemble bot dem zahlreich erschienenen Publikum Stücke aus verschiedenen Epochen und Jahrhunderten. Gespannt war man vor allem auf den Schüpfheimer Gastsolisten Lukas Balmer.

Text und Bilder David Schmid

Am Weihnachtstag lud das Entlebucher Brass Ensemble zum traditionellen Konzert in der katholischen Kirche in Wiggen. Nach dem Auftritt in Konolfingen am 16. Dezember bildete dies sein zweites und zugleich letztes weihnächtliches Konzert des Jahres. Die Kirche war bis auf ein paar wenige Plätze im vorden Bereich gefüllt. Dies zeugte von grossem Interesse seitens der Besucher, trotz der frostigen Temperaturen und des nebeligen Wetters. Die Kirche wurde zu einem kleinen geschmückten Konzertsaal.

Mit Barock begonnen
Begonnen wurde mit «The Earle Of Oxford’s March» von Wihiam Byrd, einem Stück aus der Epoche des Barocks im 15. und 16. Jahrhundert. Fanfarenhafte und volle Klänge in Verbindung mit leichten Läufen gab es zu hören. Intonation und Ausgeglichenheit waren hier wichtig und überzeugten auch. Wie üblich für barocke Stücke begleitete kein Schlagzeug, was den Schwierigkeitsgrad für die Musikantinnen und Musikanten des Ensembles eher steigerte.Schon das folgende Stück bot dem Publikum etwas Aussergewöhnliches: Giovanni Gabrielis «In Ecclesiis» wurde für eine doppelte Brass-Quintett-Besetzung geschrieben - optimal für die zehnköpfige Besetzung des Entlebucher Brass Ensembles. Während sich die eine Hälfte der Spieler auf der linken Seite bereit machte, postierte sich der Rest auf der rechten Seite. Damit bildete sich eine Art Stereo-Effekt, womit das Stück einen spannenden Charakter bekam. Mit «Symphony Nr .4» des Engländers William Boyce beendete das Ensemble den Barockpart.

Es posaunte
Mit dem Sprung von Barock zu Romantik gelangte der Konzertabend zum grossn Höhepunkt, dem Gastauftritt des Posaunisten Lukas Balmer. Präsident und Ansager Hermann Schöpfer nannte ihn einen «versierten, überaus talentierten Amateur-Posaunisten», womit er den Nagel auf den Kopf trat. Balmers volier Klang und seine Lautstarke vermochten zu überzeugen. Alles schien so einfach, doch dahinter steckt in Wirklichkeit stundenlanges Üben. Grosser Applaus würdigte seine Darbietung.
«Festmusik der Stadt Wien» des Spätromantikers Richard Strauss war ein Stück, das vom breiten Klang und der genauen Rhythmik lebte. Fanfarenhaft beginnend, floss es in ruhigere, choralartige Stellen, bevor es mit einem grandiosen Finale endete.
Nun kam Lukas Balmer zu seinem zweiten Soloauftritt mit «Sarabande en bleu» von Gordon Langford. Ein technisch und musikalisch schwieriges Stück, mit dem er aber die Zuhörer für sich gewann. Es begann mit einem ruhigen, romantischen Teil mit weichen Melodien, wo der Posaunist seiner Musikalität freien Lauf lassen konnte. Der nächste Abschnitt war geprägt durch mehr Schlagzeugbeat und ein schnelleres Tempo, wo auch seine technischen Fähigkeiten zur Geltung kamen. Das Ende bildete eine Reprise der Anfangsmelodie.
Mit Ray Woodfields «Christmas Crackers» beschloss das Entlebucher Brass Ensemble das Konzert. Das Stück enthielt verschiedene bekannte Weihnachtsmelodien wie «Stille Nacht» oder «Jingle Bells». Mit der Zugabe eines weiteren Weihnachtssongs und des Liedes «Oh du Fröhliche» in Kerzenschein verabschiedete sich das Ensemble endgültig von seinem sehr zufriedenen Publikum.